TUX on Tour - Entdeckung von Südamerika

Eine Reise durch Südamerika mit dem WoMo

Zweitageswanderung ins Nichts (Quebrada Quilcayhuanca)

Am nächsten Tag waren wir wild dazu entschlossen wieder unsere Koffer zu packen und weiter in den Süden zu fahren nach Huaraz was ca. 70 km südlich von Caraz liegt und von dort aus wollten wir eine zwei Tages-Wanderung unternehmen.

Wir kamen wieder mal erst Nachmittag los aber wir wollten ja nur noch in Huraz einkaufen und dann den Berg hoch fahren bis zum Ausgangsort für die Wanderung. Gepackt haben wir auf dem Stellplatz, denn wir mussten viel ausräumen da alles noch so verpackt war wie wir es für die Überfahrt nach Cartagena verstaut hatten.

Nach dem Einkaufen fuhren wir aus der Stadt Huaraz raus erst durch eine sehr schlechte Straße in der Stadt und dann wurde sie sehr gut nur leider stand vor uns ein sehr interessantes Schild, dass hier Straßenarbeiten sind, aber man kann sie um fahren und es geht auch so. Nachdem kein Gesperrt-Schild ist fahren wir einfach los rein, was soll schon passieren außer, dass wir den kleinen Bypass durch den Ort fahren müssen.

Die Straße war in einem phantastischen Zustand und das ohne Teer sondern einfach Schotter bzw. Lehm so gepresst wie Asphalt. Dann kam es eine menschliche Ampel und verwieß uns, dass wir hier abbiegen müssen – na gut dann ab durch den „Ort“ auf einer sehr engen Straße bergauf. Oben angekommen war wieder eine Mitarbeiterin, die uns mitteilte, dass erst um 18 Uhr die Straße offen ist. Na gut dann warten wir halt einfach die 30 Minuten bevor wir eine schlechte Straße fahren und einen riesigen Umweg.

In der Zeit richteten wir schon mal den letzten Rest her wie Tee und Essen, welches wir mitnehmen wollen. Wir trauten unseren Augen nicht als wir sahen was der Grund der totalen Sperre war, sie bliesen mit Pressluft manuell die Straße vom Staub frei, was auch immer das wieder soll außer alle sind beschäftigt.

Kaum waren sie durch durften wir dann auch bald los fahren, die Autos hinter uns waren wie so gerne sehr nervös und forderten uns auf gleich zu fahren als sie durch waren, aber die menschliche Ampel ließ uns noch nicht durch – es kam noch der Rest der Arbeiter runter gefahren.

Als wir dann die schöne Straße für uns hoch sausten – hoch fahren ist für die Autos hier ein Problem, die haben mit der Höhe und hoch fahren ein Problem (wohl unter motorisiert). Wir staunten nicht schlecht, dass diese gute Straße bis zum Schluss so gut war ohne, dass hier ein Ort sich befand. Die letzten paar Meter wurde noch gearbeitet im Dunklen und als Licht wurde ein PKW mit laufenden Motor verwendet.

Am Morgen redeten wir mit dem Ranger, der uns empfahl, die letzten 3 Kilometer noch zu fahren und dort das Auto zu parken, dort schläft er auch. Gut warum auch nicht dann machen wir das und zahlten erst noch unseren Eintritt und ein LKW hinter uns fuhr langsam mit Gehupe an uns vorbei – das Verhängnis.

Die Straße war gut und einspurig mit Ausweichmöglichkeiten was uns nicht störte. Da sahen wir den LKW mit Kies beladen rückwärts vor uns stehen und wir standen davor und wie es sich in Peru und Südamerika so gehört standen auch einige Arbeiter rum. Als dass der LKW keine 10 Meter rückwärts fährt und uns vorbei lässt, nein er ließ uns warten und auf einmal kommen sie auf die Idee den Kies auf die Straße zu schütten. Nun gut jetzt reicht es – das ist wieder typisch ohne nachzudenken etwas zu machen. Der Arbeiter neben uns merkte dass wir mit der Aktion nicht happy waren und nach paar Minuten ihm klar machen, dass wir da nicht drüber kommen, telefonierte er und die Planierraupe wurde angefordert und machte es platt bevor die weiteren LKW ihren Kies abladen durften.

So endlich nun kann es losgehen mit der Wanderung, nachdem alles verriegelt war zwei Mal und die Lenkradkralle rausgekramt war.

Es ging ein breites Tal, welches nur sehr langsam aufstieg hinter auf die weiß bedeckten Schneeberge zu. In dem Tal versuchten sich sehr viele Kühe, Esel und Pferde beim Gras fressen, das nur noch sehr kurz war. Auf der Höhe von über 3800 Meter wächst auch hier das Gras nicht so schnell wie man es so kennt. Links und rechts türmten sich die Berge recht steil auf und waren zum Teil bewachsen oder man erkannte einen ordentlichen Geröllhaufen – das ließ wohl auch darauf schließen, dass das Gestein nicht gerade fest sitzt.

Unser Weg zog sich 12 Kilometer rein, auf den wir nur zwei Wanderer trafen und zwei weitere, die von einer Tour noch eine Nacht pausierten, sonst war das Tal menschenleer. Auf einer Ebene vor der Moräne zur Lagune Tullpacocha schlagen wir dann unser Lager (auf 4200 Meter) auf und weihen unser neues Zelt ein. Zum Glück war nicht weit von uns eine Quelle entfernt von der wir das Wasser dann für das Essen Nudeln mit Soße entnehmen konnten. Die Soße hatten wir schon am Abend davor vorbereitet und mit genommen.

Nach dem Abendessen und Abspülen fing es dann an zu regnen und so hofften wir, dass wir am Morgen mehr Glück hätten. Am Morgen wachten wir früh auf und zu unserem Pech regnete es noch aber nicht stark, so frühstückten wir und aßen die mitgebrachten frischen Erdbeeren vom Feld aus Caraz.

Zu unserem Glück hörte der Regen auf und wir packten alles zam und hinterließen das Zelt mit den Dingen, die wir nicht brauchten, denn wir wollten es dann beim Abstieg mitnehmen. So weit weg und keine Menschenseele, wird schon keiner kommen. So stiegen wir die letzten 200 Höhenmeter zur Lagune auf.

Die Lagune Tullpacocha lag wunder schön eingekesselt vom Bergen und am Ende des Gletschers, welcher auf der Felswand thront. Die Felswand war total rot gefärbt so wie das Wasser in dem Fluss in dem Tal, dass wir hoch gegangen sind, die rote Färbung kommt durch Eisen in den Gesteinen und macht ein schönes Farbenspiel, der See war nichts desto trotz blau gefärbt, was leider nicht in den Bilder raus kam, denn es waren zu viele Wolken unterwegs.

Nach einer kleinen Brotzeit verließen wir den lauschigen Platz, da dunkle Wolken aufzogen und wir das Zelt noch im Trocknen abbauen wollen, war wir dann auch schafften.

Beim Abstieg trafen wir noch zwei weitere deutsche Wanderer und ein dreier Team, dass wohl das selbe Ziel hatten. Nachträglich stellte sich am nächsten Tag raus, dass die drei Wanderer Kolumbianer aus Medellin waren, denn wir übernachteten noch oben eine Nacht, da es schon zu spät war um den weiten Weg an zu treten. So nahmen wir dann die Kolumbianer nach Huaraz im Auto mit, dort wollten wir noch mal einkaufen und tanken, da es die größte Stadt in der nächsten Zeit ist.

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1 Kommentar

  1. Edeltraud + Manfred Oktober 12, 2018

    Was für ein idyllischer ÜN-Platz –
    ihr inmitten der beeindruckenden Natur – wenn nur das unbeständige
    Wetter nicht wär. Aber es gibt ja kein schlechtes Wetter – nur die falsche Kleidung. Doch ihr seid immer perfekt ausgerüstet und technisch autark.
    Konditionell habt ihr offensichtlich auch keine Probleme.

    Alles läuft …

    Wir denken oft an euch und wünschen euch weiterhin eine glückliche Reise mit spannenden Erlebnissen und interessanten Begegnungen.

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