TUX on Tour - Entdeckung von Südamerika

Eine Reise durch Südamerika mit dem WoMo

Laguna 69

Warum auch immer die Lagune eine Zahl als Namen hat, wissen wir nicht – haben wir auch nicht versucht herauszufinden, aber diese Lagune 69 wollen wir uns mal aus der Nähe genauer anschauen. Zu dieser kommt man nur zu Fuß und muss 800 Höhenmeter hochsteigen um sie anzusehen, denn sie liegt auf 4800 Meter.

Nun ist es soweit und wir eisen uns vom Stellplatz Guadalupe los und fahren spät Nachmittag an den Eingang vom Parque National Huascaran um dort zu schlafen und dann am nächsten Tag den Rest zu fahren zum Ausgangspunkt. Denn der Parkeintritt ist sehr teuer geworden und kostet pro Person und Tag 30 Soles (~8 €). Am Tag davor kam ein nettes Pärchen aus der Schweiz (Pia und Felix) mit denen wir uns gleich gut verstanden haben und am nächsten Tag zusammen zur Lagune gehen wollten.

Am nächsten Tag in der Früh gab es dann die böse Überraschung, Alina wurde krank und wir konnten somit die Tour mit Pia und Felix nicht gemeinsam unternehmen und fuhren nach langer Überlegung wieder zurück zum Stellplatz Guadalupe, den wir schon recht gut kannten und mit dem netten Pärchen aus Deutschland und Kolumbien Dieter und Marcela, die sich aus der USA kannten und 6 Jahre in Kolumbien lebten, und nun zum zweiten Mal mit ihrer Aufsetzkabine und einem PickUp unterwechs sind. So kurierte sich Alina auf dem Platz aus, damit wir es ein weiteres Mal versuchen können.

Nach ein paar Tagen ist es soweit, Alina ist wieder fit und es kann ein weiterer Versuch gestartet werden um die Lagune 69 zu bezwingen. Wieder geht es am späten Nachmittag los um zum Park Eingang zu fahren, was ca. 2 Stunden dauert mit der schlechten Straße, die eine Schotterpiste ist.

Als wir ankommen lernen wir eine Peruanerin aus Lima kennen, die in der Früh so wie wir um 6 Uhr hoch fahren will, aber um die Uhrzeit fährt kein Bus hoch und so fragt sie uns ob wir sie mitnehmen – natürlich machen wir das für eine Person, falls sie pünktlich da ist. Im nachhinein erfahren wir, dass sie direkt im Parkeingang schlafen durfte, da sie da früher gearbeitet hat. An einer der Lagunen an denen wir vorbei fahren setzen wir sie ab und fahren selbst weiter von wo wir aus los gehen wollen und frühstücken erst ein mal.

Kurz bevor wir los gehen wollen, kommt ein Parkranger oder wie man sie auch immer hier nennt zu uns und will das Eintrittsticket kontrollieren, dass wir natürlich nicht haben, da um 6 Uhr noch keiner im Parkeingang war und die Schranke offen war, da es eine Passstraße ist auf die andere Seite der Cordillera Blanca. Erst will er uns wieder zurück an den Parkeingang schicken und wir reden dagegen das wir das sicherlich nicht machen nur weil da unten keiner ist und es offen ist. Als wir dann sagen das das Zahlen kein Problem ist, nur wir fahren jetzt sicher nicht zurück ist alles gut und der Parkranger meint auf einmal ja wir müssen dann eh nur 20 Soles zahlen anstatt 30 Soles – warum auch immer wir verstehen es bis heute nicht, im Endeffekt haben wir dann gar nichts bezahlt, da wieder keiner beim Verlassen da war.

Auf dem Weg zur Laguna geht es erst mal durch ein Tal mit so verrückten Bäumen, die eine Rinde haben so dünn wie Papier nur in Rot, wir nennen ihn einfach den Papierbaum. Eigentlich gibt es einen Parkplatz näher am Ausgangsort aber dort sollen wohl die Busfahrer und Taxifahrer den Touristen gerne die Luft aus den Reifen lassen, das wollen wir doch nicht riskieren, denn da machen sie uns nur die Reifen oder Felgen kaputt, wenn die platt rumstehen.

Auf dem Weg rauf gibt es einige Kühe, die den letzten Rest Gras fressen und zwischen den Bäumen und Sträucher rumstehen, und auch gerne den Weg nach oben blockieren. Es geht eine Zeit lag in Serpentinen der Steilwand hoch und überall kommen Wasserfälle runter und man sieht um sich rum die weiß bedeckten Schneeberge bzw. Gletscherberge.

Nach der ersten Steilwand gibt es ein weiteres Plateu worauf dann noch mal eine Steilwand folgt oder mehr eine Gletschermoräne, die man hinauf muss.

Die Lagune 69 liegt wunderschön von der kommenden Seite hinter einer Gletschermoräne mit allen möglichen Größen von Steinen und dahinter eine Felswand auf dem oben der Gletscher thront und sein Wasser in die Lagune herab fallen lässt.

Oben an der Lagune gibt es dann erst mal eine Brotzeit, wie es so üblich ist als Bayer auf Bergtour. In unserem Fall gibt es selbst gebackenes Brot und diesmal haben wir auch mal einen guten Käse gefunden und den gibt es dazu mit Eiern. Als wir beim Beenden unserer Brotzeit sind, kommt ein Pärchen und fragt uns in guten Englisch, ob wir noch Wasser für sie übrig haben, denn sie haben zu wenig dabei – 1 Liter für zwei Personen ist schon etwas wenig. Natürlich haben wir genug und geben etwas ab und kommen so ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass die Zwei aus Israel/Ärzte sind und selbst 3 Monate reisen. Er ist schon vor 10 Jahren in Südamerika unterwegs gewesen sowie Europa ist ihm nicht fremd und so Sonnen wir uns und verquatschen uns ein paar Stunden bis wir dann zusammen den Abstieg antreten.

Als wir die letzte Steilwand unten waren, begann es ein wenig zu tröpfeln, was später dann zu einem feinsten Hagel ausartet, so das wir an den Beinen klatschnass, zum Glück hörte es die restlichen Meter vor dem Ducato auf zu regnen. Einige der Leute, die auf der Laguna 69 oben waren, hatten keine Regenklamotten dabei und wurden komplett nass.

Am Ducato kam dann der Parkangstellte zu uns und erkundigte sich wie wir es fanden und erzählte, dass die Peruaner diejenigen sind, die den Müll im Park hinterlassen.

Nach einem Kaffee und Tee ging es dann abwärts und für eine Nacht zurück zum bekannten Stellplatz, da der Weg nach Huraz um die Zeit zu weit wäre und wir nicht nachts fahren wollten.

Angekommen am Stellplatz und das wohl oder übel bei dunkler Nacht trauten wir unseren Augen nicht die Schweizer (Beatrice und Robert) standen da und noch zwei weitere Deutsche zu denen wir uns gleich an den Tisch setzen. Bei der Fahrt nachts verstanden wir endlich warum wir ständig aufgeblendet werden, unsere Lichter haben wir vor der Abfahrt einstellen lassen von der Höhe bepackt – somit passt das aber die Peruaner schaut das licht quasi 10 Meter vor ihnen in den Boden und sind meistens nur Notbeleuchtungen oder könnte auch eine kleine Petroleumlampe sein.

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1 Kommentar

  1. Nikola Geiger Oktober 9, 2018

    Tolle Tour und die Lagune sieht wunderschön aus. Wie gings euch denn mit der Luft auf 4800m, das ist ja schon anstrengender als bei uns in den Bergen, oder?
    Liebe Grüße
    Nikola

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