TUX on Tour - Entdeckung von Südamerika

Eine Reise durch Südamerika mit dem WoMo

Blumenau und Spänglerarbeiten

Blumenau

Ist eine große Stadt in Brasilien, die von einem Apotheker, Dr. Blumenau, der ein deutscher Einwanderer war, gegründet worden ist. Es leben hier mittlerweile über 300.000 Einwohner und auch viele Deutschstämmige, was man durch die Geschäftsnamen erkennen kann. Hier findet auch das zweitgrößte Oktoberfest der Welt statt, mit ca. 600.000 Besucher in den drei Wochen in denen es stattfindet. Uns wurde schon erzählt, dass es das Größte der Welt ist, aber wenn man sich die Fläche mal anschaut, geht das gar nicht. Es findet in einer Siedlung, die sich „Villa Germania“ nennt statt und dort stehen drei Hallen für das Fest und weitere Festlichkeiten zur Verfügung. Das Oktoberfest wurde das erste Mal 1984 ausgerichtet, denn mit den Erlös wollten sie die Schäden von dem großen Hochwasser bezahlen.

Spänglerei

Wir kamen am Sonntag Abend an und informierten den Spängler, der uns angeboten hat, uns schon abends in seine Werkstatt zu stellen. Da wir durch das Schützenfest später als geplant kamen, schrieben wir ihm und stellten uns erstmal daneben hin. Neben der Werkstatt befand sich ein einfaches Restaurant, welches recht gut besucht war, und wir beschlossen, dort Abend zu essen, da die Preise in Ordnung waren. Als wir unsere Bestellung der netten Frau erzählten, schaute sie recht schief und meinte das sei aber eine extrem große Portion – okay, hier sind die Portionen wohl riesig und so strichen wir die zusätzlichen Kartoffeln weg und das war auch gut so.

Nach dem Essen duschte Flo vor dem Ducato und kaum wollte er reingehen, kam ein Auto um die Ecke, parkte neben uns und fragte ob wir die Deutschen sind – es stellte sich heraus, dass der Spängler extra für uns vom Haus hier her gefahren ist, obwohl wir geschrieben haben, das sei nicht nötig, um uns in seine Werkstatt zu lassen.

Am nächsten Tag sollte es dann losgehen, die Delle wurde begutachtet und so machte sich einer seiner Mitarbeiter dran den Lack zu entfernen, um das Blech in Form zu bringen. Wir wollten ja keine Reparatur ala Südamerika mit einfach Spachtel auftragen und fertig ist es, denn die springt bei uns daheim wieder ab bei der Menge an Spachtelmasse.

Als der Mitarbeiter anfangen wollte an der Tür ordentlich Spachtelmasse aufzutragen intervenierte Flo und fragte, warum er es nicht weiter rauszieht, und so wurde uns gesagt, das koste zwei Tage mehr wegen dem Ausbau der Tür. Für den Flo war das kein Grund und meinte kein Problem, ich bau es aus und ein – uns ist es wichtiger das kaum Spachtelmasse verwendet wird. So baute er schnell die Tür aus und entfernte die Verkleidung.

Die Frau lud uns ein, mit uns eine Tour durch Blumenau zu machen und wir willigten ein und Maicon sagte, er mache uns ein Bild bevor er spachtelt (etwas ist ja ganz normal um die Dengelunebenheiten auszugleichen).

Wir gingen alle zusammen Mittagessen bei dem Restaurant, bei dem wir schon am Abend gegessen hatten – nur diesmal das Mittagsmenu, welches sehr reichlich ausfiel.

Blumenau Rundfahrt

So fuhren wir mit Fabianna durch die Stadt und wir besuchten das Dorf Villa Germania, wo die Spuren vom Oktoberfest beseitigt wurden und für das Weihnachtsfest vorbereitet wurde. Dort gingen wir noch zu einer Brauerei mit dem Namen Eisenbahn, die auch echt gutes Weißbier brauen, welches der Flo probierte. Wir erklärten ihnen, was das Wort Eisenbahn bedeutet, auch wenn es eine Eisenbahn als Logo hat.

Anschließend ging es in das Brauereimuseum und dann weiter zum Rathaus, was in der Art Fachwerkbau gebaut worden ist bzw. die Optik davon hat und recht gut aussieht. Man sieht in Blumenau auch so einige Häuser in Fachwerkoptik.

Weiter Arbeiten

Als wir wieder zurück kamen, war schon alles schön verspachtelt und man sah schon nichts mehr von dem Schaden und uns wurde das Bild gezeigt und wir waren zufrieden. Da von der obere Rolle der Schiebetür, die wir in Argentinien getauscht haben, das Plastik schon vom Kugellager abgegangen ist, fragten wir ihn, ob er nicht jemand kenne und so holte er Preise ein und fuhr mit dem Flo zu dem Laden und so bekamen wir das Ersatzteil auch noch gleich.

Am nächsten Tag sollte dann grundiert werden und dann lackiert, als Flo fragte, ob nicht das Türschloss und der Griff ausgebaut werden, wurde verneint, denn es soll die ganze Fläche lackiert werden, so baute es der Flo noch aus, da es ja besser ist und unterm Strich Zeit spart, denn es muss nicht ewig abgeklebt werden.

So halfen wir ab und zu mit, was wir ja auch angeboten hatten, den das Fahrzeug in der Größe war schon etwas zu groß für seine Werkstatt und das erste seiner Art, was ja kein Problem darstellt.

Unterm Strich war es am Ende ganz gute Arbeit, auch wenn wir eingreifen mussten aber klar, sie kennen es ja nicht, und konnten sich auch nicht vorstellen, dass es bei uns so kalt wird und die Bedingungen doch härter sind, als hier für den Lack und Metalle – hier wird der Lack nur durch UV beschädigt.

Als alles fertig war, aber es schon Abend war, die Tür noch nicht ganz eingestellt war und wir noch aufräumen mussten, bot uns Maicon an, wir können noch bis zum nächsten Tag über Nacht stehen und in Ruhe fertig machen. So fragten wir, was es noch kostet, das ganze Auto polieren zu lassen, um den Lack wieder auf zu bereiten.

Am nächsten Tag in der Früh fingen die beiden Jungs (Angestellte) von ihm an das Auto zu polieren und polierten und polierten mit einer Hingabe und Geduld. Wir hatten schon ein ganz schlechtes Gewissen, denn Maicon wollte uns die Politur schenken, am Ende durften wir wenigstens etwas zahlen, sein Material oder so.

Zum Schluss konnte sich das Ergebnis richtig sehen lassen, der Lack sah rundum aus wie neu und nicht nur die Tür mit dem hinteren Teil, der frisch lackiert worden war. Für die Jungs war das wohl auch etwas wie eine Mission, es hier besonders gut zu machen – es ist ihnen auch gelungen. Anschließend gab es noch eine totale Wäsche und der Lack wurde eingelassen und davor noch viele Lackschäden, die durch Steinschläge entstanden sind, ausgebessert. Unterm Strich war es uns eine große Hilfe noch, denn die Arbeit hätten wir daheim auch machen müssen und so war es uns sehr Recht.

In der Zeit als sie polierten, fuhr die Frau mit uns noch zu einer Cachcacha Brennerei, die den besten Cachcacha Brasiliens machen sollen und wir traffen dort auch wieder auf einen Deutschsprechenden und verkosteten auch noch den Cachcacha. In der Zeit kam der ein oder andere Brasilianer, der in größeren Gefäßen den Cachcacha kaufte und währenddessen sich zwei Testschnäpse geben ließ, bevor er wieder ins Auto einstieg und weiter fuhr. Am Schluss von dem Ausflug wurden wir am Abend zu ihnen ins Haus zum Grillen eingeladen.

Maicon wollte, ein Teil unserer Reise sein, was er uns am Anfang schon geschrieben hat, und er hat es geschafft mit der ordentlichen Arbeit und außerordentlichen Freundlichkeit, mit der wir aufgenommen worden sind und es kein Problem war in der Zeit des Reparierens in seiner Werkstatt zu übernachten und auch das Klo zu benutzen. Die Kommunikation war erst etwas schwieriger, denn wir können kein Portugiesisch und er konnte kein Spanisch, Deutsch oder Englisch, so benutzen wir den Übersetzer, aber am Schluss verstand er recht viel Spanisch und wir das Portugiesisch auch. Er nahm die Sache ernst und zeigte uns auch alles um Zweifel auszuräumen, auch das Besorgen eines Ersatzteiles war Ehrensache.

Grillen bei unserem Spängler am Abend

Wir gingen zusammen einkaufen, denn wir hatten sie überredet, dass wir wenigstens das Fleisch bezahlen dürfen. Wir kauften auch noch ein Sixpack Eisenbahn-Weißbier dazu.

Dann fuhren wir zusammen mit der Frau zum Haus und bekamen dort erst noch einen Kaffee zu trinken. Fabianna war sehr erstaunt, als um 19 Uhr Maicon schon da war, denn normalerweise kommt er nicht so früh von der Arbeit, aber wenn man schon mal Besucher aus Deutschland hat…

Flo und Maicon spielten erst einmal eine Runde Billard, bevor es dann weiter zum Essen machen ging. Sie hatten einen Churrasco (Grill) im Haus, da es dort häufiger Platzregen geben kann. Sie Wohnen etwas im Wald drinnen und haben somit nicht viele Nachbarn, aber viel Platz für die beiden Kinder.

Maicon grillte und wir saßen direkt daneben am Tisch und es wurde einfach mit den Fingern gegessen, denn das Fleisch kam pö a pö und wurde in kleinen Häppchen, wie auch schon in Argentinien, serviert. So hat es auch was Gesellschaftliches und es wird alles zusammen geteilt.

Wir verstanden uns sehr gut und redeten über alles mögliche. Am Schluss wurde uns noch angeboten, wir sollen doch noch Waschen und nahmen es dann auch gerne an. So konnten wir auch noch unseren selbst gemachten Likör präsentieren und Fabianna schmeckte der Holunder sehr gut, den sie hier eigentlich gar nicht kennen. So schenkten wir ihr den Rest vom Likör, sie wollten uns die große Flasche Cachacha schenken von der guten Brennerei, aber wir konnten sie unmöglich annehmen, vor allem hatten wir keine Möglichkeit noch mehr mit nach Hause zu nehmen.

Es wurde recht spät und ein sehr schöner Abend, an den wir sicherlich noch später gerne zurück denken werden. Am nächsten Morgen standen wir auf und tatsächlich Maicon hatte es geschafft früh aufzustehen und in die Firma zu fahren, denn heute war Feiertag, aber er rechnete sich gute Möglichkeiten aus, um Geld zu verdienen.

Auf uns wartete ein schönes Frühstück und so frühstückten wir gemeinsam mit Fabianna, die Wäsche war schon getrocknet und zusammengelegt, was sehr nett von ihr war.

Auch wenn es sehr schön bei ihnen war und wir uns sehr wohl und willkommen gefühlt haben, mussten wir aufbrechen, denn die Zeit drängte und es sind noch einige Kilometer vor uns.

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